Wo sich Menschen …

… um den Gott Jesu Christi versammeln, geht es um den Gedanken: Gott ist Mensch geworden und hat die Wirklichkeit menschlichen Lebens  geheiligt als den entscheidenden Anknüpfungspunkt für seinen Weg mit den Menschen.

Wenn sich Gemeinde im Sinne dieses Gottes versammeln will, dann wird sie wesentlich aus der Wertschätzung des geteilten menschlichen Lebens ihre Beziehung zu Gott vertiefen – und aus der Begegnung mit Gott ihre geteilte menschliche Wirklichkeit besser verstehen.

Ein solches Beziehungsgeschehen sich besonders verwirklichen im Kontakt mit den Menschen, die sich in ihrem Leben in besonderen Herausforderungen durch Krankheit, Armut, Ungerechtigkeit, Gewalt sehen. Ihnen zu ist dem menschgewordenen Gottessohn allen Zeugnissen der Evangelien nach besonders wichtig. Das wird oft auch ein Spannungsverhältnis bedeuten:  zwischen unserer menschlichen Wirklichkeit und der noch ausstehenden Verheißung einer neuen Stadt Gottes unter den Menschen, zu der wir auf dem Weg sind. In und aus dieser Beziehungs- und Wegdynamik lebt örtliche Kirchengemeinde. Sie verwirklicht sich im Zusammenhang mit der ganzen Kirche als Leib Christi in dieser Welt eben nicht aus der diesseitigen Bewahrung von etwas Erreichten. Vielmehr erfährt sie sich als Weggemeinschaft, die vom gegenwärtigen und Gegenwart prägenden Gott her geführt wird. Der seine Schöpfung liebende Gott ist Mensch geworden, damit wir bereit und fähig werden, Teil seiner Liebe zu werden.